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Reinigungskräfte der Schafwolle

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Der Cortex der Schafwolle ist bilateral, er besteht aus dem chemisch resistenteren Paracortex und dem weniger resistenten Orthocortex. Para- und Orthocortex sind lianenähnlich ineinander verschlungen und verhalten sich unterschiedlich gegenüber Feuchtigkeit. Die Parastruktur nimmt zwei Prozent Feuchtigkeit weniger auf als die Orthostruktur. Wenn nun Feuchtigkeit in die Wollfaser zieht, quillt die eine Zellart stärker auf als die andere, und da beide Faserarten fest miteinander verwunden sind, kommt ständig Bewegung in die Haarfaser. Dadurch kommt ein mechanischer Selbstreinigungsprozeß zustande.

Noch entscheidender ist das chemische Selbstreinigungsvermögen, denn Schafwolle absorbiert giftige Chemikalien: Es ist die komplexe chemische und physikalische Struktur der Wollfaser, die ihr die Fähigkeit verleiht, eine große Zahl von Chemikalien zu absorbieren oder mit denselben chemisch zu reagieren. Nehmen wir z.B. Salzsäure. Wolle enthält in seinen Proteinen ca. 900 mikromol/g anionische funktionelle Gruppen, welche mit Protonen von Mineralsäuren wie Salzsäure oder Schwefelsäure chemisch reagieren.
Es handelt sich um eine Neutralisationsreaktion. Man kann leicht ausrechnen, dass 1 kg Wolle nicht weniger als 100 g konzentrierte wäßrige Salzsäure durch Reaktion im Faserinnern unschädlich machen kann
.

Schwache und mittelstarke Säuren werden nach einem anderen Mechanismus von den Wollproteinen gebunden und zwar durch Ausbildung von Wasserstoffbrücken. Ähnlich werden auch die Wassermoleküle bei der Sorption (Aufnahme) von Wasserdampf durch Wolle gebunden. Schwefeldioxid, ein Bestandteil des sauren Regens, wird ebenfalls von den Wollproteinen gebunden und reagiert chemisch mit den Dlsulfidgruppen des in Wolle reichlich vorkommenden Cystins. Dies ist der Grund, warum Wollteppiche das Raumklima verbessern. Sie machen das auch in den Innenräumen vorhandene Schwefeldioxyd durch Absorption und chemische Reaktion unschädlich.

Wolle reagiert nicht nur mit Phenolen (Kohlenstoffverbinungen auf der Grundstruktur des Benzols, ein starkes physiologisches Gift), sondern auch mit toxischen Komponenten (im Zigarettenrauch) und diversen krebserzeugenden Verbindungen. Es ist auch lange bekannt, dass Wolle mit Formaldehyd, Acrolein und Crotonaldehyd reagiert (auch im Zigarettenrauch enthalten).
(M. Lipson, I.M. Morgan und R.M. Hoskinson im Applied Polymer Symposium No. 18. Seite 681 von 1971, zitiert bei Leeder a.a.'O)

Ferner reagiert Wolle gegenüber giftigen Metallverbindungen wie Quecksilber und Blei. Die Reaktionsfähigkeit gilt sogar gegenüber radioaktiven Kobalt- und Uransalzen. U.a. kann Wolle bis zu 30 % ihres Gewichtes an Quecksilber aus verseuchten Gewässern aufnehmen

(M. S. Masri und M. Friedman, Journal of Applied Polymer Science Vol 18, Seite 2367 von 1974, zitiert bei Leeder a.a.O.)

 

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