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Beim Durchblättern von Öko-Test Kompakt „Richtig gut Schlafen“ (Ausgabe 05/2004) haben wir mit Erstaunen feststellen müssen, wie sehr Voreingenommenheit die Sicht der Dinge bestimmen kann. Es geht dabei um die Abneigung gegenüber Polyurethanschaum und die grundsätzliche Bevorzugung von Naturlatex.

In der Einleitung des Testberichtes über Schaumstoffmatratzen wird darauf hingewiesen, dass man „auf Schaumstoff ganz schön ins Schwitzen kommen kann“, deshalb hätten die Hersteller viel unterehmen müssen, um die Luftdurchgängigkeit zu verbessern. (S. 82). Und in den allgemeinen Empfehlungen auf Seite 85 werden Schaumstoffmatratzen wiederum als sehr warm charakterisiert. Wenn die Öko-Test-Schreiber jedoch im gleichen Atemzug Matratzen mit Naturlatex als erste Wahl empfehlen (und das in einem Test von Polyurethanmatratzen), liegen sie etwas daneben.

Gerade der konventionelle Weichschaum zeichnet sich durch seine hohe Luftdurchgängigkeit aus, bedingt durch die große Poren- bzw. Zellstruktur, während Latex mit den viel feineren Poren einen weitaus größeren Isolator darstellt.

Die Pointe kommt aber wie immer zum Schluss: Wenn man sich die Testergebnisse in der Tabelle ansieht, fällt auf, dass bei der Kategorie „Mikroklima“ alle Schaumstoffmatratzen ohne Ausnahme mit „sehr gut“ bewertet werden. Bei so einem Ergebnis über die Wärmeisolation von PU-Matratzen zu räsonieren, ergibt also keinen Sinn oder hat der Redakteur den eigenen Test nicht angeschaut?

Wir wollen uns gewiss nicht als Verteidiger von PU-Schaumstoffen aufspielen, zumal wir selbst fast ausschließlich Matratzen mit Naturlatexkern verkaufen. Es stimmt uns aber nachdenklich, wenn ein hoch angesehenes und verdienstvolles Magazin wie Öko-Test, allzu locker irgendwelche Behauptungen ausstreut.

Dass Öko-Test bei der Beurteilung von Schaumstoffen dazu neigt, mit zweierlei Maß vorzugehen, zeigt sich auch an anderer Stelle. Nach der Feststellung, dass "die synthetische Schaumstoffmatratze inzwischen als das Nonplusultra gilt", wird der Nachsatz eingefügt, „selbst wenn man heute weiß, dass sich auch in ihr Milben ansiedeln können (S 82). Dieser etwas deplaziert wirkende Seitenhieb bekommt seine Gewichtung, wenn man dazu noch die Behauptung (S. 72) zur Kenntnis nimmt, dass Naturlatex angeblich „eine antiseptische Wirkung besitzt, die Bakterien und Hausstaubmilben weitgehend fernhält“. 

Wie gut, dass diese Aussage nicht belegt werden kann. Denn was außer Reiz- und Giftstoffe könnten Bakterien und Milben aus dem Latex fernhalten. Wenn es wirklich so wäre, würde allerdings die positive Bewertung von Naturlatex sehr in Frage gestellt.

Weitere Fundsachen aus dem Kompakt-Heft „Richtig gut schlafen“:
Kaltschaum wird als bester und als besonders atmungsaktiver Schaum (S. 73) gegenüber dem Standardschaum hingestellt, der außerdem besondere Liegezonen aufweist (S. 85). Kaltschaum ist aber von Natur aus nicht offenporig und keinesfalls luftiger als konventioneller Schaum, wie wir an anderer Stelle (unter Kaltschaum) ausgeführt haben. Und Liegezonen sind nun wirklich keine Besonderheit von Kaltschaummatratzen.  

Bei der Beschreibung von Naturmatratzen (S. 74) wird Rosshaar die Eigenschaft zugeschrieben, für sehr gute Luftzirkulation zu sorgen (wie soll das gehen?) und Futons werden auf Seite 75 dadurch gekennzeichnet, dass sie Feuchtigkeit nur schlecht abgeben können. Das trifft aber nur auf reine Baumwollfutons zu und nicht auf die beschriebenen und abgebildeten europäischen Futons.

Solche wenig qualifizierten Aussagen werden von vielen Lesern sehr ernst genommen. Von einer Zeitschrift wie Öko-Test, die davon lebt, andere zu kritisieren und abzustrafen, erwarten wir daher, dass alle Texte sehr sorgfältig abgefasst und die aufgestellten Behauptungen sauber recherchiert werden. 

April 2005

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