Allgemeine Informationen über den Prozeß der Latexherstellung Teil VIII
Matratzenmanufaktur boyboks in Oberursel
 

Thema Latex: Abschließende allgemeine Bewertung

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Wegen der Reproduzierbarkeit des Rohstoffes empfiehlt sich Naturlatex als Ausgangsmaterial. darüber hinaus besitzt Naturlatex eine optimale Kombination von elastischen und dynamischen Eigenschaften sowie gute Weiterreißfestigkeit und Kälteflexibilität.

Wegen der großen Empfindlichkeit gegenüber Wärme, Sauerstoff, Ozon und Licht sowie wegen des relativ hohen Abriebwiderstandes beim Einsatz von Füllstoffen ist es empfehlenswert, den Naturlatexanteil mit etwa 30 % Styrol-Butadien-Latex zu versetzen.
(Anmerkung der Herausgeber: bei hochwertigen Naturlatex werden in der Regel keine Füllstoffe zugesetzt!). Denn dadurch läßt sich der Alterungs- und Zersetzungsprozeß in angemessenen Grenzen halten. Im anderen Fall müßten etliche und nicht unerhebliche Mengen von Alterungsschutzmitteln zugeschlagen werden, mit zweifelhafter Aussicht auf Erfolg und mit der Gefahr von unerwünschten Nebenwirkungen.

Wenn es bei der Schaumherstellung um höchste Qualität geht, und wenn es wichtig ist, dass dem Latex möglichst wenig chemische Verbindungen zugesetzt werden, dann ist das Talalay-Verfahren dem Dunlop-Verfahren vorzuziehen. Das Talalay-Verfahren gewährleistet außerdem eine sehr gleichmäßige Porenstruktur, eine ausgewogenere Stabilität und eine bessere Dauerelastizität. So gibt es bei dem Talalay-Verfahren keinerlei Nachschrumpfüng und auch weniger Ermüdungsreaktionen bei dynamischen Belastungen.

(Anmerkung der Herausgeber: Leider ist das Talalay-Latex mehr als doppelt so teuer als das Dunlop-Latex. Es muss daher abgewogen werden, ob die theoretischen Qualitätsunterschiede wirklich so entscheidend sind, um den enormen Preisunterschied zu rechtfertigen. Wir meinen nein, denn unsere Erfahrungen von über 15 Jahren haben uns gezeigt, dass die angegebenen Nachteile des Latex nach dem Dunlop-Verfahren in der Praxis vernachlässigbar sind. Für Matratzen im sogenannten Premiumbereich und für besonders weiche und üppige Matratzen, halten wir den Einsatz von Talalay-Latex dagegen für durchaus angemessen.)

Es empfiehlt sich außerdem, soweit nicht gesetzlich vorgeschrieben, auf Flammschutzmittel zu verzichten. Antimikrobiell wirkende Mittel sollten ebenfalls möglichst nicht eingesetzt werden. Die Konservierung des Rohlatex nach der Zapfung sollte auf keinen Fall durch den Einsatz von Pentachlorphenol erfolgen.

Anmerkungen zum Einsatz von Latex in Matratzen
Zur Verarbeitung des Latexkörpers in der Matratze sollten stets ausreichende Puffer eingearbeitet werden, einmal zur Unterbindung des Flüssigkeitstransports (Schweiß) und zum anderen um den Dampf (verdunstende Körperfeuchtigkeit) aufzufangen und diesen zu binden. Da Latex außerdem ein schlechter Wärmeleiter ist, sollten die trennenden Puffer gleichzeitig für eine ausreichende Belüftung sorgen. Das dient nicht nur dem Menschen, sondern auch dem Erhalt des Latexkörpers, da die Alterungsprozesse auch durch Feuchtigkeit und Wärme beschleunigt werden.

 

Nachwort der Herausgeber: Wenn man die ganze Palette der hier angeführten Prozeßchemikalien für die Latexherstellung nebeneinanderstellt, wird die Bedeutung von Schadstoffuntersuchungen offensichtlich. Erfreulich ist jedenfalls, wenn man die Testberichte über die Jahre verfolgt, dass die Schadsfoffe nicht nur weitgehend unter den Grenzwerten liegen, sondern im Laufe der Zeit insgesamt geringer geworden sind.

 

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