Wegen der Reproduzierbarkeit des Rohstoffes empfiehlt sich Naturlatex als Ausgangsmaterial.
darüber hinaus besitzt Naturlatex eine optimale Kombination von elastischen
und dynamischen Eigenschaften sowie gute Weiterreißfestigkeit und Kälteflexibilität.
Wegen der großen Empfindlichkeit gegenüber Wärme,
Sauerstoff, Ozon und Licht sowie wegen des relativ hohen Abriebwiderstandes beim
Einsatz von Füllstoffen ist es empfehlenswert, den Naturlatexanteil mit
etwa 30 % Styrol-Butadien-Latex zu versetzen.
(Anmerkung der Herausgeber: bei hochwertigen Naturlatex werden in der Regel
keine Füllstoffe zugesetzt!). Denn dadurch läßt sich der
Alterungs- und Zersetzungsprozeß in angemessenen Grenzen halten. Im anderen
Fall müßten etliche und nicht unerhebliche Mengen von Alterungsschutzmitteln
zugeschlagen werden, mit zweifelhafter Aussicht auf Erfolg und mit der Gefahr
von unerwünschten Nebenwirkungen.
Wenn es bei der Schaumherstellung um höchste Qualität
geht, und wenn es wichtig ist, dass dem Latex möglichst wenig chemische
Verbindungen zugesetzt werden, dann ist das Talalay-Verfahren dem Dunlop-Verfahren
vorzuziehen. Das Talalay-Verfahren gewährleistet außerdem eine sehr
gleichmäßige Porenstruktur, eine ausgewogenere Stabilität und
eine bessere Dauerelastizität. So gibt es bei dem Talalay-Verfahren keinerlei
Nachschrumpfüng und auch weniger Ermüdungsreaktionen bei dynamischen
Belastungen.
(Anmerkung der Herausgeber: Leider ist das Talalay-Latex
mehr als doppelt so teuer als das Dunlop-Latex. Es muss daher abgewogen
werden, ob die theoretischen Qualitätsunterschiede wirklich so entscheidend
sind, um den enormen Preisunterschied zu rechtfertigen. Wir meinen nein, denn
unsere Erfahrungen von über 15 Jahren haben uns gezeigt, dass die angegebenen
Nachteile des Latex nach dem Dunlop-Verfahren in der Praxis vernachlässigbar
sind. Für Matratzen im sogenannten Premiumbereich und für besonders
weiche und üppige Matratzen, halten wir den Einsatz von Talalay-Latex dagegen
für durchaus angemessen.)
Es empfiehlt sich außerdem, soweit nicht gesetzlich
vorgeschrieben, auf Flammschutzmittel zu verzichten. Antimikrobiell wirkende
Mittel sollten ebenfalls möglichst nicht eingesetzt werden. Die Konservierung
des Rohlatex nach der Zapfung sollte auf keinen Fall durch den Einsatz von Pentachlorphenol
erfolgen.
Anmerkungen zum Einsatz von Latex in Matratzen
Zur Verarbeitung des Latexkörpers in der Matratze sollten stets ausreichende
Puffer eingearbeitet werden, einmal zur Unterbindung des Flüssigkeitstransports
(Schweiß) und zum anderen um den Dampf (verdunstende Körperfeuchtigkeit)
aufzufangen und diesen zu binden. Da Latex außerdem ein schlechter Wärmeleiter
ist, sollten die trennenden Puffer gleichzeitig für eine ausreichende Belüftung
sorgen. Das dient nicht nur dem Menschen, sondern auch dem Erhalt des Latexkörpers,
da die Alterungsprozesse auch durch Feuchtigkeit und Wärme beschleunigt
werden.
Nachwort der Herausgeber: Wenn man die ganze Palette
der hier angeführten Prozeßchemikalien für die Latexherstellung
nebeneinanderstellt, wird die Bedeutung von Schadstoffuntersuchungen offensichtlich.
Erfreulich ist jedenfalls, wenn man die Testberichte über die Jahre verfolgt,
dass die Schadsfoffe nicht nur weitgehend unter den Grenzwerten liegen,
sondern im Laufe der Zeit insgesamt geringer geworden sind.
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