Allgemeine Informationen über den Prozeß der Latexherstellung Teil III
Matratzenmanufaktur boyboks in Oberursel
 

Vom plastischen Rohmaterial zum Weichgummi

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Naturkautschuk läßt sich durch Vulkanisation mit Schwefel aus dem plastischen Zustand in den hochelastischen Zustand - genannt Gummi - überführen. Einer solchen Schwefelreaktion sind nur makromolekulare Stoffe zugänglich, die ungesättigte Gruppen in ihrem Polymermolekül tragen.

Beim Rohkautschuk sind die Molekülketten mechanisch ineinander verknäult. Die Ketten können dabei aber noch jede beliebige Gestalt annehmen und die freie Beweglichkeit jedes einzelnen Kettengliedes ist gewähfleistet (Plastizität). Beim vulkanisierten Kautschuk wird die Anzahl der Haftstellen durch intermolekulare Brückenbildung erhöht, so dass die Beweglichkeit der ganzen Kette absinkt. Dadurch wird die Zugfähigkeit und Elastizität entscheidend verbessert und die plastische Verformung verringert.

Vulkanisierungschemikalien:
Das mit Abstand am meisten verwendete Vulkanisiermittel ist Schwefel. Mit Schwefel lassen sich alle Dienkautschuke vemetzen, d. h. Kautschuke, in deren Polymermolekülen Doppelbindungen vorhanden sind, wie Natur-, Styrol-Butadien-, Butadien-, Acrilnitril-Kautschuk. Wegen der Reaktionsträgheit des Schwefels und deren Polymeren verwendet man zusätzlich zum Schwefel Vulkanisationsbeschleuniger und Aktivatoren wie Zinkoxid. Das ist wirtschaftlich, ermöglicht eine bessere Steuerung der Vulkanisationsgeschwindigkeit und ermöglicht eine Beeinflussung der Art der Vernetzungsbrücken.

Für Weichgummi benötigt man etwas 0,2 - 5 % Schwefel. Die Vulkanisationsbeschleuniger erlauben außerdem niedrigere Vulkanisationstemperaturen und damit die Vermeidung von Hitzeschäden des Kautschuks, was sich positiv auf die Alterungsbeständigkeit auswirkt. Ebenso werden die benötigten Schwefelmengen durch die Verwendung der Vulkanisationsbeschleuniger vermindert, da der Schwefel besser zur Ausbildung von Vernetzungsbrücken ausgenutzt wird und weniger durch unerwünschte Nebenreaktionen verloren geht. Auch das erhöht wiederum die Alterungsbeständigkeit.

Als wichtigste Vulkanisationsbeschleuniger werden Dithiocarbomate verwendet, z. B. Natrium-Diethylthiocarbomat und Zink-Diethylthiocarbomat. Beide Substanzen sind in hoher Konzentration mutagen. Als wichtigster Aktivator wird Zinkoxid (3 - 5 %) eingesetzt. Zinkoxyd ist im Materialverband der Matratze wahrscheinlich unbedenklich. Des weiteren kommen noch aktivierende Fettsäuren wie Stearinsäure oder Zinkstearat hinzu.

weiter: Das Problem des Alterungsprozesses

 

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